Warum ein Mustang?

Mustang

Ford Mustang GT Modell 2006

Sportwagen haben mich eigentlich nie interessiert. Auch amerika-nische Autos waren eigentlich nie ein Thema für mich. Als aber 2005 Ford auf die Retrodesign-Welle aufsprang und den Ford Mustang neu auflegte, hat mich das gleich fasziniert. Der New Beetle von VW, der Mini von BMW und der neue Fiat 500 sind gelungene Wiedergeburten von Klassikern. Der Ford Mustang ist da ein Exot, denn er wird offiziell nicht in Deutschland verkauft. Ich fand und finde es spektakulär, dass die Front des 1969er Mustangs sich optisch im 2005er Modell wiederfindet. Das Auto ist ein absoluter Hingucker, das merke ich auch immer wenn ich damit fahre.

Mustang 1969 - 2006

Mustang 1969 - 2006

2005 war also die Faszination da und mein Interesse geweckt. Der Wagen war mir aber zu teuer und meine Frau befand sich damals mitten in einer schweren Krebstherapie, wir hatten also ganz andere Sorgen. Es stand damals also überhaupt nicht an, dass ich mir so ein Auto kaufen würde, ich schloss das auch für die Zukunft aus. Mit dem Gedanken gespielt habe ich natürlich schon. Wir waren auch in der Schwabengarage in Stuttgart, um den Mustang, der dort auffällig im Schaufenster stand mal anzusehen und Probe zu sitzen. Danach geriet der Mustang in Vergessenheit. Ich verlebte die letzten 3 Jahre mit meiner Frau – schöne Jahre, auch wenn sie im März 2008 bei einem letzten Behandlungsversuch starb. Das was bis dahin den Mittelpunkt meines Lebens bedeutete war weg, überraschend, wenn auch nicht ganz unerwartet

Carver One

Carver One

Nach einer Weile hatte ich die verrückte Idee, für eine Weile vielleicht einen “Carver One” zu fahren – ich war ja nun allein. Das Fahrzeug hat hinten zwei und vorne ein Rad und die Fahrerkabine legt sich in Kurven auf die Seite. Ich machte eine Probefahrt. Das war zwar klasse und unbeschreiblich, aber der Anschaffungspreis für so ein Spaßfahrzeug war exorbitant.

Im Juli 2008 las ich dann einen Artikel über den Untergang der amerikanischen Automobilindustrie … und erinnerte mich wieder an den Ford Mustang. Sowas könnte es doch jetzt gebraucht geben… Ich suchte ein bisschen rum und wurde dann bald fündig. Ich fand ein gutes Angebot von einem sehr anständigen Mustangfahrer, nicht weit von mir. Allerdings war der Wagen gelb! Ich hätte gerne einen schwarzen gehabt, was wohl die meisten aller neuen Mustangs in Deutschland sind. Soll ich oder soll ich nicht…? Die Farbe war bald weniger das Problem, wenn schon auffallen, dann richtig. Ich brauchte eine Weile, um mich zu entscheiden, aber schlussendlich sagte ich mir: Wenn, dann jetzt!

Das war schon lustig, denn mein Alltagsauto war damals ein alter VW Golf mit 360.000 km den ich mit Pflanzenöl fuhr. Das ist schon speziell, vielleicht sogar auch ökologisch, sofern man da beim Autofahren überhaupt von sprechen kann. Mit dem Mustang fahren ist dagegen einfach nur klasse und macht Spaß. Ein V8-Motor mit 305 PS aus 4,6 Liter Hubraum. Mein Spaß liegt dabei aber nicht im Schnell-Fahren, sondern im “Schön-Fahren”, denn die Optik ist es, die dieses Auto ausmacht. Interessant waren auch die Reaktionen aus meinem Umfeld, die meisten waren auch begeistert, ganz wenige entsetzt.